Wer kennt sie nicht, farbenfrohe, liebevoll gestaltete Alltagsgegenstände wie Handtuchhalter, Vasen, Gießkannen oder auch Spül- und sogar Klobürsten „Made in Germany“?
Auf unserer zweiten zukunfts<wert>statt sprach Stephan Koziol, Geschäftsführers der koziol» ideas for friends GmbH aus Erbach im Odenwald, in seinem Referat zum Thema „Über die Produktion von Glück“. Und stellte schnell klar: „Wir können natürlich kein Glück produzieren, aber wir können Produkte produzieren, mit denen sich jeder glücklich fühlen kann.“
Glück entsteht für ihn aus einer umfassenden Qualität der Produkte, verbunden mit sozialer Verantwortung für Mitarbeiter und Gesellschaft sowie dem nachhaltigen Einsatz von Ressourcen
All dies spiegelt sich auch in einem zentralen Slogan seiner Firma wider. Denn mit „better design, bigger smile“ verbindet Koziol mehr als nur ausgefallene Gestaltung. Es geht ihm vielmehr um „gutes Design mit gutem Gewissen und einer Freude daran“, wie er gleich zu Beginn seines Impulses feststellt. Die Stärke dieses „klugen Designs“ liegt nach Koziol darin, Interesse zu wecken, die Menschen zu berühren und Geschichten zu erzählen – so könne Design einen Beitrag zum Glück der Menschen leisten. Dies lässt sich auch hautnah in der neu gegründeten Glücksfabrik von koziol erleben.
Vielleicht kann man Glück am Ende also doch „produzieren“: Indem auf die Produktion von Ramsch verzichtet wird. Indem sich Unternehmer ihrer gesellschaftlichen Verantwortung stellen und mit ihrer Arbeit für Mitarbeiter, Umwelt und Gesellschaft Sorge tragen. Und indem sich auch Werbung und PR dieser Verantwortung stellen und NEIN zu Greenwashing und Co. sagen.
Was denken Sie? Haben Unternehmen nicht sogar die Verpflichtung, Glück zu „produzieren“? Durch ihre Produkte und Dienstleistungen ebenso wie durch ihr Verhalten in unserer Gesellschaft? Sollte dies nicht sogar Kern ihrer „Licence to operate“ sein?
Zusammenschnitt des Impulsvortrags von Stephan Koziol
Schlagworte: Glück, Kreativität, zukunftswertstatt

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Als Teilnehmerin der themenstatt wiederstrebte es mir anfangs, Gegenstände oder Kosmetik als „Glücksmacher” zu betrachten. Versucht man aber nicht, alles Glück „über einen Kamm” zu scheren, macht es durchaus Sinn: es gibt den einzelnen Glücksmoment, das dauerhafte Glück oder auch „Glück haben”. In der deutschen Sprache ist es umständlich, diese Glücksgefühle auseinander zu halten, während es in anderen Sprachen verschiedene Wörter dafür gibt. Im Englischen etwa gibt es ‘pleasure’, ‘happiness’ und ‘luck’. So differenziert kann ich mich nun doch darauf einlassen. Denn ein Lächeln beim Benutzen eines koziol-Produktes bedeutet für mich einen kleinen Glücksmoment.
Und gerade diese kleinen Glücksmomente sind es, die das Glück, verstanden als „happiness“, in unserem Leben befördern.
Dazu trägt aber eben nicht nur die Freude beim Benutzen etwa einer Zahnbürste bei, ausgelöst durch das tolle Design. Vielmehr geht es neben dem Design auch um die fairen und respektvollen Arbeitsbedingungen bei der Produktion sowie um einen klugen, nachhaltigen Einsatz von Ressourcen, sei es bei der Herstellung der Produkte selbst, bei Verpackung und Transport oder bei der Gestaltung von Werbe- und Kommunikationsmitteln.
Meiner Meinung nach können Produkte so zu einem dauerhaften Glück beitragen, das sich jenseits von „Glück haben“ und einzelnen kurzen Glücksmomenten herausbildet – bei den Produzenten ebenso wie bei aufmerksamen Konsumenten. Denn hier setzen Handlungen einen positiven Akzent in unserer Gesellschaft. Und dies kann zu mehr als nur einem kurzen Moment des guten Gefühls führen. Oder?
[...] Design und Glück [...]